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REISEMAGAZIN: RüGEN - DIE KREIDEINSEL

Dichter der Romantik, Maler und Verliebte finden hier ihr Glück. Die Ostseeinsel Rügen besticht durch ihre landschaftliche Vielfalt: Halbinseln, Buchten, Steilküsten, Strände, sanfte Hügel und flaches Land bezaubern das Auge.
Der Kreidefelsen Rügens ist nicht nur eine Touristenattraktion. Er ist auch Schatz der Insel, denn hier wird Kreide als Rohstoff im Tagebau gefördert. Sogar baden lässt sich in dem ?weißen Gold?. Tipp für Besucher: Den inneren Schweinehund überwinden und früh aufstehen. Im Morgengrauen und den ersten Sonnenstrahlen des Tages faszinieren die Farben von rot über gelb bis weiß, außerdem ist es dann noch erlaubt, mit dem Auto bis auf den oberen Parkplatz fahren, der sonst nur per Pendelbus zu erreichen ist.
Nicht nur am Kreidefelsen hat sich seit der Wende viel getan. In den Seebädern ist das Bemühen spürbar, die überschwängliche Pracht der Gründerjahre wieder auferstehen zu lassen. Doch auch wer diese Geschäftigkeit und den Trubel nicht mag, wird auf der Insel fündig. Denn sie ist groß genug, stille und verträumte Ecken für jeden zu bieten. ...
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Ein Hauch von Nostalgie: die alte Seebrücke am Strand von Sellin. Weit ragt sie ins blaue Meer und weckt Erinnerungen an die Zeit des Kaiserreichs, an Mondäne und Stil. Diese Architektur findet sich häufig auf Rügen, etwa an den Stränden von Binz, Sellin und Sassnitz. Im Sommer ist hier richtig etwas los. Wichtiges Utensil an den Küsten: die Strandkörbe. An der Ostsee sind sie aus Holz, im Gegensatz zu ihren aus Korb geflochtenen Verwandten an der Nordsee.
Ruhiger geht es jenseits der Küsten zu. Im Inselinneren herrscht entspannte Ursprünglichkeit Hier wird geritten, geangelt oder gejagt. Auch der Westen der Insel schlägt eher im beschaulichen Takt. Hierher finden deutlich weniger Besucher, versteckte Plätze laden zum Picknick an den Bodden, kleinen Meerarmen. In Fischrestaurants werden Spezialitäten der Region serviert. Auch ein Bummel über den grünen Markt in Gingst lohnt sich jeden Samstag. Auch weil man hier schnell Kontakt zu den Einheimischen findet. Dort findet sich auch die Sanddornhexe der Insel Silke, die Produkte aus Sanddornbeeren, den Zitronen des Nordens, verkauft. Sanddorn schmeckt fruchtig sauer und ist wegen seines hohen Vitamin-C-Gehaltes sehr gesund.
Wer es noch ruhiger und ursprünglicher haben möchte, sollte sich Ina anvertrauen. Die Fähre setzt einmal täglich auf die Insel Vilm über. Der dortige Baumbestand ist der älteste gewachsene Urwald Europas. Baumriesen, die schon viel erlebt haben. Jedes Jahr im August gibt es zwischen Lauterbach auf Rügen und der Insel Vilm ein großes Volksschwimmen. Hunderte von Hobbysportlern stürzen sich dann in die erfrischende Ostsee und paddeln dem Ziel entgegen.
(ecada/Peter Hemke)