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REISEMAGAZIN: GRENADA - GEWüRZGARTEN DER KARIBIK

Schon bei Ankunft auf der Karibikinsel umfangen den Besucher betörende Düfte: Zimt, Lorbeer, Nelken und Ingwer. Und vor allem Muskat: Das würzig-herbe Aroma der Muskatnuss ist allgegenwärtig.
An ihr kommt auf Grenada keiner vorbei: eine Prise in den Rumpunsch, eine in den Kaffee, oder erfrischend als Muskateis? Muskat hilft auch gegen Rheuma, tut dem Magen gut und soll sogar dem Herzinfarkt vorbeugen. Als eines der teuersten Gewürze der Welt gilt die Macis, das netzartige rote Gewebe zwischen dem Muskatkern und dem Fruchtfleisch. Sie verfügt über ein feineres Aroma und wird gern zum Konservieren von Fleisch- und Wurstwaren und für Lippenstifte verwendet. Insgesamt 7.000 Muskatnussfarmen beliefern auf Grenada drei Kooperativen. Die größte von ihnen, die Gouyave-Kooperative, bietet interessante Führungen an.
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Angesichts der Vielzahl der Produzenten verwundert es nicht, dass Grenada nach Indonesien als zweitgrößter Lieferant der Welt der beliebten Nuss ist. Rund ein Drittel des Weltbedarfs stammt vom Eiland in der südlichen Karibik. Auch Gewürznelken sind vielerorts anzutreffen auf Grenada. Hierbei handelt es sich um die Blütenknospen des Nelkenbaumes, die man kurz vor dem Aufblühen pflückt. Das ätherische Nelkenöl spielt eine große Rolle bei der Parfum- und Kosmetikherstellung. Man nutzt es ebenfalls für Kräuterliköre und die Cocktailzutat Angostura. Auch der "Oildown", ein deftiger Eintopf aus verschiedenen Fleisch- und Gemüsesorten für die kühlere Jahreszeit, wird geschmacklich mit Nelken abgerundet. Und wenn der Zahn schmerzt, ersetzt das Kauen einer Nelke das Aspirin. Feinster Kakao wächst ebenfalls auf der karibischen Gewürzinsel.
In Kooperation mit der historischen Plantage Belmont Estate produziert die Grenada Chocolate Company hochwertige dunkle Schokolade. Die Kakaobohnen werden auf einer Fläche von 40 Hektar auf dem Gelände von Belmont Estate nach streng ökologischen Kriterien angebaut und sofort nach der Ernte verarbeitet. Die kleine Schokoladenfabrik ist damit eines der seltenen Unternehmen, das seine Erzeugnisse direkt vor Ort herstellt. Die Grenada-Schokolade gibt es mit 60 und 74 Prozent Kakaogehalt. Einzigartig ist auch die Kakaobutter, die gleichermaßen zur Hautpflege wie auch zur Zubereitung leckerer Desserts verwendet werden kann.
Die ganze Palette einheimischer Gewürze und Kräuter kann man bei einem Besuch in Laura?s Herb & Spiece Gardens kennen lernen. In den Gärten in der Nähe von Perdmontemps in St. David?s wächst und gedeiht alles in üppiger Pracht, etwa auch Piment, Lorbeer, Chili, Pfeffer oder Thymian. Auf der Plantage Dougaldston Spice Estate werden die Gewürze nicht nur angepflanzt, sondern auch gleich vorverarbeitet. Und das Restaurant auf Belmont Estate serviert mittags köstliche Gerichte mit den Aromen der Insel.
Foto: Grenada Board of Tourism
(ecada/Alexander Bagnioli)