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Villefranche-de-Conflent ist nicht nur UNESCO-Welterbe, sondern zählt obendrein zu einem der schönsten Dörfer Frankreichs. Und das aus gutem Grund, denn an kaum einen anderen Ort findet sich mittelalterliche Geschichte und Lebensart so authentisch wie in der kleinen Gemeinde im Herzen der Pyrénées Orientales.
Erbaut im 11. Jahrhundert, kontrollierte die Stadt eine wichtige Gebirgspassage zwischen Frankreich und Spanien und war aufgrund ihrer strategischen Lage am Fuß des Canigou militärisch wie wirtschaftlich von großer Bedeutung. Als so genannte "freie Stadt" gewährte Villefranche-de-Conflent besondere Steuervorteile, die Händler und Handwerker anlockte und den Status als Marktplatz weiter festigte. Noch heute zeugen die in die Kirchenmauer gemeißelten Normgrößen der seinerzeit wichtigsten Tuchmaße von der Betriebsamkeit jener Tage, als Käufer und Verkäufer hier aus allen Himmelsrichtungen zusammenkamen und auf gute Geschäfte hofften.
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Zum Schutz vor Angreifern umschloss eine Wehrmauer schon bald die gesamte Stadt. Mitunter meterdickes Gemäuer und Schießscharten für Handfeuerwaffen und Kanonen erleichterten den Soldaten die Verteidigung. Mit dem Pyrenäenfrieden des Jahres 1659 wurde die Grenze zwischen Spanien und Frankreich neu erklärt, wodurch der Garnisonsstadt Villefranche-de-Conflent eine noch größere strategische Bedeutung zukam. Der Marquis de Vauban, General und Festungsbaumeister Ludwigs XIV., ließ oberhalb der Stadt eine neue Festung errichten, das Fort Libéria. Von diesem Höhenzug aus war die Schlucht weithin zu übersehen und somit ein überraschender Angriff auf die Stadt nahezu unmöglich. Mit schweren Geschützen konnten Angreifer zudem schon auf große Entfernungen attackiert werden.
Neben dem Fort wurden 13 weitere, von Vauban geplante Festungen von der UNESCO zum Welterbe erklärt. Im 19.Jahrhundert veranlasste Napoleon III den Bau einer in den Fels geschlagenen Steiltreppe, die über einen unterirdischen Tunnel die tiefer gelegene Stadt mit der Festungsanlage verband. Ausgangspunkt der so genannten "1.000 Stufen" ist die romanische Brücke Saint Pierre. Der tatsächlich über 775 Stufen führende Weg ist noch heute begehbar. Nicht minder sehenswert: die drei Höhlen "Grottes des Canalettes", deren Zugang direkt vor den Toren der Stadt liegt und die wegen ihrer spektakulären Tropfsteinformationen zu den schönsten ihrer Art in Europa zählen.
(ecada/Thomas Hirschbiegel)